Windows-7-DVD inklusive Service Pack 1 erstellen
Artikel - Artikel 2011
windows7_SP1 Insgesamt ist die Erstellung einer Slipstream-DVD von Windows 7 wieder einfacher geworden, dennoch ist immer noch recht viel Handarbeit und vor allem Zeit notwendig. Im Gegensatz zur Integration bei Windows Vista, wo noch ein zweites leeres Vista neben dem bestehenden installiert werden musste, entfällt dieser Schritt jedoch wieder. Dieser Artikel beschreibt die Schritte, die angewendet werden müssen, damit das Service Pack 1 erfolgreich integriert werden kann.

Die einzelnen Befehle zur Integration und die verwendete Ordnerstruktur entstammen mit freundlicher Erlaubnis einer Anleitung von Kastl-Fred auf win-lite.de.
 

1. Vorbereitung

Sie benötigen:

  • Ihr Original-Installations-Medium von Windows 7
  • das Service Pack 1
  • ~30GB an temporärem Speicherplatz
  • ein Brennprogramm wie ImgBurn, um ein neues Installationsmedium zu erstellen
  • viel Zeit und Geduld

2. Bevor es los geht

Diese Anleitung bezieht sich sowohl auf 32-Bit- als auch auf 64-Bit-Varianten von Windows 7. Die einzugebenden Befehle unterscheiden sich geringfügig. Verwenden Sie daher bitte nur die Befehle, die zu der Bit-Variante gehören, in die Sie integrieren möchten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Bit-Variante Sie verwenden, schauen Sie in der Systemsteuerung unter System nach. Dort findet sich der Eintrag „Systemtyp“. Hinter diesem Eintrag steht die von Ihnen verwendete Bit-Variante von Windows 7.

Hinweis: Auf einem 64-Bit-System können Sie sowohl in 32 als auch in 64 Bit integrieren. Umgekehrt funktioniert das nicht. Auf einem 32-Bit-System kann nur eine Integration in 32 Bit vorgenommen werden.

Die einzelnen Befehle, die Sie in der Eingabeaufforderung im Verlauf des Artikels eingeben müssen, können kopiert und mit der rechten Maustaste in der Eingabeaufforderung eingefügt werden.

3. Arbeitsverzeichnisse erstellen

Erstellen Sie unter C: oder auf einem Laufwerk, auf dem genügend freier Speicher vorhanden ist, folgende Ordner und Unterordner. Diese Anleitung geht von einer Integration unter Laufwerk C: aus, wenn Sie ein anderes Laufwerk verwenden, müssen Sie den Laufwerksbuchstaben natürlich entsprechend anpassen bei den im Artikel verwendeten Befehlen.

  • slipstream
     - extract
     - mount
     - temp

Der Ordner „slipstream“ erhält also drei Unterordner.

001_ordnerstruktur

Der Ordner „slipstream

4. Kopieren der DVD auf die Festplatte

Im ersten Arbeitsschritt müssen Sie alle Inhalte Ihrer Original-Windows-7-DVD auf die Festplatte kopieren.

Erstellen Sie für den Inhalt der Windows-7-DVD einen Ordner, etwa mit der Bezeichnung Win7DVD. Legen Sie nun Ihre Windows-7-DVD in Ihr Laufwerk und kopieren Sie den gesamten Inhalt der DVD in den zuvor erstellten Ordner. Das Ergebnis sollte wie folgt aussehen:

DVD Kopie

DVD Kopie

5. Vorbereitungen zur Einbindung des Service Packs 1

5.1. Dateien an die richtige Stelle kopieren

Verschieben Sie die Datei „install.wim“ aus dem Unterordner „sources“ Ihrer kompletten DVD-Kopie in den Ordner „slipstream“.

Verschieben Sie das heruntergeladene Service Pack 1 ebenfalls in den Ordner „slipstream“.

Kopierte Dateien

Kopierte Dateien

5.2. Extrahieren des Service Packs 1

Öffnen Sie das Startmenü und geben Sie den Begriff „cmd“ in das Suchfeld ein. Wichtig: Beenden Sie Ihre Eingabe nicht mit Enter, sondern klicken Sie mit der rechen Maustaste auf die gefundene „cmd.exe“ und öffnen Sie diese mit Administratorrechten. Geben Sie dort folgenden Befehl ein:

32-Bit: C:\slipstream\windows6.1-KB976932-x86.exe /X:C:\slipstream\temp
64-Bit: C:\slipstream\windows6.1-KB976932-x64.exe /X:C:\slipstream\temp

Extract SP1-Dateien

Extract SP1-Dateien

Mit diesem Befehl wird das Service Pack 1 in den Ordner „C:\slipstream\temp“ extrahiert. Leider erfolgt keinerlei Rückmeldung, wann der Extraktionsvorgang abgeschlossen ist. Warten Sie etwas und fahren Sie dann mit der Anleitung fort. Lassen Sie das Eingabeaufforderungsfenster geöffnet.

5.3. Extrahieren einzelner Dateien

Navigieren Sie im Explorer zum Ordner „C:\slipstream\temp“ und kopieren Sie die Datei

32-Bit: windows6.1-KB976932-X86.cab
64-Bit: windows6.1-KB976932-X64.cab

in den Ordner “C:\slipstream\extract”.

Führen Sie nun in der Eingabeaufforderung folgende Befehle aus:
32-Bit:
expand C:\slipstream\extract\windows6.1-KB976932-X86.cab -F:* C:\slipstream\extract
expand C:\slipstream\extract\NestedMPPContent.cab -F:* C:\slipstream\extract
expand C:\slipstream\extract\KB976933-LangsCab*.cab -F:* C:\slipstream\extract


64-Bit:
expand C:\slipstream\extract\windows6.1-KB976932-X64.cab -F:* C:\slipstream\extract
expand C:\slipstream\extract\NestedMPPContent.cab -F:* C:\slipstream\extract
expand C:\slipstream\extract\KB976933-LangsCab*.cab -F:* C:\slipstream\extract

Expandieren

Expandieren

Die Verarbeitung der Befehle kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

5.4. Bearbeiten von Dateien

Suchen Sie im Ordner „C:\slipstream\extract“ nach folgender Datei (die Zahlen am Ende der Datei können leicht abweichen). Sie können das im Explorer integrierte Suchfeld benutzen und dort nach „windows7sp1“ suchen lassen.

32-Bit: Windows7SP1-KB976933~31bf3856ad364e35~x86~~6.1.1.17514.mum
64-Bit: Windows7SP1-KB976933~31bf3856ad364e35~amd64~~6.1.1.17514.mum

Öffnen Sie diese mit einem Texteditor. Ändern Sie in der vorletzten Zeile folgenden Eintrag (Bestandteil einer längeren Zeile) ab: allowedOffline="false" in allowedOffline="true". Speichern und schließen Sie die Datei.

Textdatei editieren

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Suchen Sie nun nach der Datei „update.mum“ und öffnen Sie diese ebenfalls in einem Texteditor. Ändern Sie auch hier die vorletzte Zeile von allowedOffline="false" in allowedOffline="true". Speichern und schließen Sie die Datei.

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Öffnen Sie als letztes die Datei „update.ses“ im Texteditor und suchen Sie nach folgendem Code:

32-Bit:

Tasks operationMode="OfflineInstall"
Phase
package id="Windows7SP1-KB976933~31bf3856ad364e35~x86~~6.1.1.17514" targetState="Absent" /
/Phase
/Tasks

64-Bit:

Tasks operationMode="OfflineInstall"
Phase
package id="Windows7SP1-KB976933~31bf3856ad364e35~amd64~~6.1.1.17514" targetState="Absent"
/Phase
/Tasks

Ändern Sie den Eintrag targetState=”Absent” in targetState=”Installed”. Speichern und schließen Sie die Datei.

Textdatei editieren

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6. Integration des Service Packs 1

6.1. Windows Index Liste

Windows 7 wird in verschiedenen Editionen vertrieben. Welche Edition installiert wird, kann auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst werden. Zum einen können Sie während des Installationsvorgangs gefragt werden, welche Edition Sie installieren möchten, zum anderen kann die Datei „ei.cfg“ im Ordner „sources“ festlegen, welche Edition von Windows 7 installiert wird. Die einzelnen Editionen unterliegen dabei einer Index-Liste. Die Nummer vor der jeweiligen Windows-Edition legt fest, welche Windows-Edition installiert wird.

Wählen Sie aus der nachfolgenden Liste die Nummer Ihrer Windows-Edition. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Bit-Variante Sie verwenden, schauen Sie in der Systemsteuerung unter System nach. Dort findet sich der Eintrag „Systemtyp“. Hinter diesem Eintrag steht die von Ihnen verwendete Bit-Variante von Windows 7. Außerdem sehen Sie auf dieser Übersichtsseite, welche Edition von Windows Sie verwenden.

32-Bit:
1. Starter
2. Home Basic
3. Home Premium
4. Professional
5. Ultimate

64-Bit:
1. Home Basic
2. Home Premium
3. Professional
4. Ultimate

Wählen Sie aus dieser Liste den Index der Windows-7-Edition aus, in die Sie das Service Pack 1 integrieren möchten.

Die nächsten Arbeitsschritte erfolgen mittels „dism“. Sie können sich die Index-Liste auch selber generieren. Tippen Sie dazu in der Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein:

dism /get-wiminfo /wimfile:C:\slipstream\install.wim

Als Ergebnis erhalten Sie eine Liste mit Index-Nummern und den entsprechend dazugehörigen Windows 7 Editionen.

6.2. Image mounten / SP1 integrieren / Image unmounten

Bei den nun folgenden Befehlen müssen Sie in der ersten Zeile die Nummer hinter „index:“ entsprechend der Windows-7-Edition anpassen, in die Sie das Service Pack 1 integrieren möchten. Im Artikel wurde mit Windows 7 Professional 64 Bit gearbeitet, also Nummer 3.

Hinweis: Die Befehle sind identisch für die 32- und 64-Bit-Version von Windows 7.

Geben Sie die folgenden Befehle in die Eingabeaufforderung ein. Sollte diese nicht mehr geöffnet sein, öffnen Sie das Startmenü und geben Sie in das Suchfeld „cmd“ ein. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gefundene „cmd.exe“ und öffnen Sie sie als Administrator. Wenn Sie die Eingabeaufforderung nicht mit administrativen Rechten öffnen, schlagen die folgenden Befehle fehl.

dism /mount-wim /wimfile:C:\slipstream\install.wim /index:3 /mountdir:C:\slipstream\mount
dism /image:C:\slipstream\mount /add-package /packagepath:C:\slipstream\extract
dism /unmount-wim /mountdir:C:\slipstream\mount /commit

Dism

Dism

6.3. Image an die richtige Stelle verschieben

Im Ordner “C:\slipstream” befindet sich nun die Datei “install.wim” mit integriertem Service Pack 1. Diese Datei müssen Sie wieder in das Verzeichnis „sources“ Ihrer DVD-Kopie verschieben.

7. Bootfähige DVD brennen

Ich empfehle dazu das kostenlose Brennprogramm „ImgBurn“. Für den Artikel wurde mit der englischen Version des Programms gearbeitet.

7.1. Quelle auswählen und Datenaufkommen berechnen

Wählen Sie im Startbildschirm den Eintrag „Write files/folders to disc“. Wählen Sie als „Source“ den Dateiordner Ihrer Windows-DVD-Kopie, in den Sie soeben die neue „install.wim“ kopiert haben. Drücken Sie auf den Taschenrechner in der rechten Hälfte des Bildes. Sollte ein Fenster erscheinen, welches Ihnen mitteilt, dass der gewählte Ordner eine Datei namens „install.wim“ enthält und daher das UDF File System verwendet werden sollte, klicken Sie auf den Button „Ja“. Nun wird kalkuliert, wie groß das zu brennende Datenaufkommen ist.

UDF-Meldung

UDF-Meldung

Sollte Ihnen dieses Fenster nicht angezeigt werden: kein Grund zur Panik, das bedeutet nur, dass als File System bereits UDF ausgewählt ist.

Taschenrechner

Taschenrechner

7.2. Boot Image extrahieren

Legen Sie nun Ihre Original-Windows-7-DVD wieder in Ihr Laufwerk und klicken Sie im Programm ImgBurn auf die Registerkarte „Advanced“. Wählen Sie dann die Registerkarte „Bootable Disc“. Setzen Sie einen Haken bei „Make Image Bootable“ und wählen Sie im unteren rechten Bereich des Fensters unter „Extract Boot Image“ Ihr DVD-Rom-Laufwerk aus. Klicken Sie auf die kleine Diskette neben dem Dropdown-Feld. Dadurch wird das Boot Image Ihrer Original-Windows-7-DVD extrahiert und gespeichert. Das Programm stellt im Anschluss an die Extraktion die Frage, ob dieses Boot Image für das aktuelle Projekt verwendet werden soll. Diese Frage sollten Sie bejahen.

Bootimage extrahieren

Bootimage extrahieren

Bootimage verwendent

Bootimage extrahieren

Das Ergebnis sollte aussehen wie folgt:

Boot Einstellungen

Boot Einstellungen

Wichtig ist, dass die Einträge „Load Segment“ „07C0“ und „Sectors To Load“ „8“ lauten.

7.3. Namen vergeben

Wählen Sie nun die Registerkarte „Labels“ und geben Sie der DVD im Feld UDF einen Namen. Im Test wurde der Original-Name der alten DVD verwendet.

Namen vergeben

Namen vergeben

Es reicht aus, wenn Sie nur das Feld UDF ausfüllen. Alle anderen Felder können leer bleiben.

7.4. Brennvorgang

Legen Sie einen DVD-Rohling in Ihren Brenner. Sie können die DVD nun brennen durch Betätigen des Buttons links unten im Fenster. Sie sollten einen Haken in das Feld vor „Verify“ setzen. So können Sie absichern, dass der Brennvorgang erfolgreich war.

Brennen

Brennen

8. Eine Anmerkung zum Schluss

Sie sollten in einer virtuellen Umgebung oder auf einer zweiten Partition Ihre neu erstellte DVD testen, indem Sie eine Neuinstallation von Windows vornehmen. So erwartet Sie nicht das „böse Erwachen“ im Falle einer anstehenden Neuinstallation, wenn etwas schief gegangen sein sollte.

Die erfolgreiche Einbindung des Service Packs 1 können Sie nach der Neuinstallation in der Systemsteuerung unter System erkennen. Dort steht dann Service Pack 1.

Service Pack 1 installiert

Service Pack 1 installiert

Weitere Informationen zum Service Pack 1 finden Sie im Tipparchiv von WinTotal.

 

PCDFlocke, 27.02.2011